Produktionsintegrierte Maßnahmen – Schlüssel zum Erfolg im Rebhuhnschutz

Ein effektiver Schutz des Rebhuhns erfordert produktionsintegrierte Maßnahmen, die direkt in die landwirtschaftliche Produktion eingebaut werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass etwa 5 bis 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit rehbuhngerechten Maßnahmen ausgestattet sein sollten, um langfristige Erfolge zu erzielen. Diese Flächen sollten bevorzugt auf Grenzertragsböden liegen, da hier die landwirtschaftliche Nutzung am wenigsten intensiv ist und daher weniger Ertragseinbußen zu erwarten sind.

Für die Akzeptanz der Landwirte ist es entscheidend, dass solche Maßnahmen mit passenden Fördermöglichkeiten unterstützt werden. Diese Fördermöglichkeiten sind vielfältig und bieten den Betrieben sowohl finanzielle Anreize als auch langfristige Perspektiven.

Wichtig ist dabei, dass die Schutzmaßnahmen flächig angewendet werden. Schmale Streifen bieten während der Brutzeit nur begrenzten Schutz und erhöhen das Risiko für die Rebhühner, von Fressfeinden entdeckt zu werden. Daher sollten die Schutzflächen mindestens 12 Meter, besser jedoch 20 Meter breit sein. Diese Flächen sollten zudem möglichst weit entfernt von hohen Gehölzen, Siedlungen und Wegen angelegt werden, da solche Gebiete oft Verstecke für Feinde bieten und durch menschliche Störungen das Risiko für die Rebhühner erhöhen.

Mehrjährige Blühflächen anlegen

Blühflächen sind für das Rebhuhn überlebenswichtig! Besonders mehrjährige Blühflächen bieten ganzjährig Schutz vor Feinden, ungestörte Brutmöglichkeiten und eine reichhaltige Nahrung aus Insekten, Samen und Blättern. Schon ein Hektar Blühfläche reicht aus, damit ein Rebhuhnpaar dort erfolgreich seine Küken aufziehen kann. Einjährige Blühbrachen bieten diese Vorteile nicht, da sie oft noch zu niedrig für ausreichend Schutz sind und bereits im Herbst umgepflügt werden.

Extensive Acker- und Wiesennutzung

In blütenreichen Landschaften finden Rebhühner genügend Nahrung, darunter Kräuter und Insekten. Um dies zu fördern, sollten Felder und Wiesen extensiv genutzt werden: weniger Düngung, kein Pestizideinsatz, geringere Saatstärken und reduzierte Schnittfrequenzen im Grünland. Diese Maßnahmen bieten eine Grundlage für die Rückkehr vieler Pflanzenarten, die das Rebhuhn benötigt.

Ackerrandstreifen und Altgrasflächen

Ein wichtiger Lebensraum für das Rebhuhn sind ungenutzte Randflächen und Altgrasstreifen. Diese bieten Rückzugsorte und Deckung, vor allem in den Wintermonaten. Es ist wichtig, dass diese Bereiche nicht während der Brutzeit gemäht werden – eine späte Mahd (ab August) schützt die Küken und sorgt dafür, dass wichtige Insekten überwintern können. Altgrasflächen sollten möglichst flächig angelegt werden, um den Fuchs fernzuhalten.

Erhalt von Stoppelfeldern und überjährigem Getreide

Stoppelfelder, auf denen nach der Ernte noch Pflanzenstängel stehen bleiben, sind für das Rebhuhn von großem Wert. Diese Felder bieten Nahrung (ausgefallene Getreidekörner, Wildkräuter) und Schutz. Wenn es möglich ist, sollte auf einigen Teilflächen der Äcker auf die Ernte verzichtet werden oder die Stoppelfelder über den Winter erhalten bleiben.

Beetle Banks (Käferbänke) anlegen

Käferbänke sind kleine Erdwälle, die mit Gräsern und Stauden bepflanzt werden. Diese Streifen bieten einen idealen Lebensraum für Insekten, die wiederum Nahrung für das Rebhuhn darstellen. Durch die erhöhte Lage sind diese Flächen wärmer und trockener als die umliegenden Felder, was sie zu einem wertvollen Lebensraum für Rebhühner, Insekten und andere Agrarvögel macht.


Mit gezielten Maßnahmen können wir den Lebensraum des Rebhuhns aufwerten und den Rückgang dieser seltenen Vogelart stoppen. Wichtig ist, dass diese Maßnahmen in großflächigen, zusammenhängenden Gebieten umgesetzt werden, damit die Rebhühner echte Rückzugsorte finden.

Und natürlich müssen Landwirte wirtschaftlich arbeiten. Aber viele Äcker in unserem Projektgebiet sind aufgrund schwacher Böden wenig ertragreich – genau die richtigen Äcker für den Rebhuhnschutz! Wer sich als Landwirt im Rebhuhnschutz engagiert, tut nicht nur der Natur etwas Gutes, sondern kann auch von Fördermitteln profitieren, die den Einsatz für das Rebhuhn unterstützen.

Mehr zum Thema findest du in unserem Leitfaden Fördermittel – ein Blick lohnt sich! Insbesondere für Landwirte.