Heckenpflege – Lebensräume für das Rebhuhn erhalten
Für das Rebhuhn ist eine strukturreiche Landschaft unverzichtbar. Besonders wichtig: dichte, ausladende Hecken aus verschiedenen Gehölzen – umgeben von Altgrasstreifen und blütenreichen Kräuterrändern. Sie bieten Deckung, Brutplätze und Nahrung – das ganze Jahr über.
Früher wurden Hecken regelmäßig gepflegt und verjüngt. Heute sind solche Landschaftselemente selten geworden – intensive Landwirtschaft und fehlende Pflege hinterlassen Spuren.
Damit Hecken als Lebensraum für das Rebhuhn erhalten bleiben, brauchen sie eine regelmäßige Pflege:
- Rückschnitt bis zum Boden alle paar Jahre
- Abschnittsweise Pflege, um Rückzugsräume zu erhalten
- Überständige Bäume– sogenannte Überhälter – ohne besonderen ökologischen Wert sollten aus der Hecke entfernt werden, da sie die Entwicklung wertvoller Lebensräume behindern können und Prädatoren Lebensraum bieten..
Wichtig: Alte Obstbäume mit Höhlen sind davon ausgenommen! Sie bieten vielen Tierarten Unterschlupf und stehen unter besonderem Schutz – sie dürfen nicht gefällt werden.
Die Pflege von Hecken ist zwar oft Aufgabe der Kommunen – aber auch Jägerinnen und Jäger, der NABU, Landwirte sowie der Landschaftserhaltungsverband engagieren sich mit großem Einsatz. Unterstützt wird die Maßnahme finanziell unter anderem vom Regierungspräsidium Karlsruhe.
Weitere Informationen findest Du in unserem Leitfaden Heckenpflege.
Blütenreiche Wegränder – Lebensräume, die Pflege brauchen
Blütenreiche Wegränder sind wertvolle Lebensräume – für Insekten, Vögeln wie auch das Rebhuhn und viele andere Kleintiere. Leider sind sie heute selten geworden. Der Grund: eine nicht angepasste Pflege, vor allem durch häufiges Mulchen.
Beim Mulchen wird die Vegetation zerkleinert und liegen gelassen. Das klingt zunächst unkompliziert, hat aber gravierende Folgen: Kräuter kommen nicht zur Blüte, bilden keine Samen, und die Fläche verfilzt. Es profitieren vor allem wenige, konkurrenzstarke Arten wie Gräser. Außerdem wird durch das Mulchen ein großer Teil der dort lebenden Kleintiere getötet.
Dabei geht es auch anders: Durch eine angepasste Mahd – zum Beispiel mit einem Balkenmäher – lassen sich diese Lebensräume erhalten und sogar fördern.
So sieht eine natur- und rebhuhngerechte Wegrandpflege aus:
- Nicht zu genau nehmen: Altgrasinseln oder Randstreifen bieten vielen Tieren das ganze Jahr über Versteck und Nahrung. Diese scheinbar „unordentlichen“ Stellen sind besonders wertvoll. Das darf auch einmal niedriges Gestrüpp sein.
- Zur richtigen Zeit: Zwischen Mitte April und Ende Juli sollte möglichst gar nicht gepflegt werden, da in dieser Zeit viele Arten brüten oder Blühpflanzen bestäubt werden.
- Nicht alles auf einmal: Die Pflege sollte räumlich und zeitlich gestaffelt erfolgen – also abschnittsweise oder nur einseitig. So bleibt immer ein Teil der Vegetation erhalten – als Nahrung, Fortpflanzungs- und Rückzugsraum.
- Mähen statt Mulchen: Wo möglich, sollte gemäht und das Mähgut nach kurzer Liegezeit abgeräumt werden. Das schützt Insekten und erhält die Pflanzenvielfalt. Wenn nicht gemäht werden kann, ist ein früher Mulchgang im Februar/März und ein später im Herbst eine alternative Lösung – allerdings mit Zurückhaltung.
Weitere Informationen findest Du in unserem Leitfaden zur Pflege von Feldwegen.
Die Kommunen setzen sich dafür ein, dass unsere Wegränder und Hecken wieder vielfältiger und artenreicher werden – mit einer Pflege, die Rücksicht auf die Natur nimmt.