Warum ist das Rebhuhn bedroht?

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beobachten Forscher in ganz Europa einen starken Rückgang der Rebhuhnbestände. Umfangreiche Studien haben gezeigt, dass vor allem drei Ursachen dafür verantwortlich sind.


Verlust von Lebensräumen

Durch die Entfernung von Hecken, Grasstreifen und die Zusammenlegung von Feldern sind viele wichtige Brut- und Rückzugsorte verschwunden. Dadurch finden Rebhühner immer seltener geeignete Plätze für eine erfolgreiche Aufzucht.


Quelle: EUROPÄISCHER RECHNUNGSHOF 2024: Sonderbericht Pläne der Gemeinsamen Agrarpolitik


Weniger Insekten auf den Feldern

Durch den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden fehlen heute viele der Insekten, die junge Rebhühner zum Überleben brauchen. Das führt zu kleineren Bruten und weniger Nachwuchs.

Quelle: Internet

Zunahme an Fressfeinden

Vor allem Füchse und Greifvögel haben in der offenen Agrarlandschaft leichtes Spiel. Die Fuchsbestände haben sich seit der Eindämmung der Tollwut stark erhöht, was zu einer höheren Bedrohung für Rebhühner, insbesondere für deren Gelege, den Hennen und der Jungvögel, führt.

Quelle: Farming with Nature



Diese drei Faktoren wirken wie die Beine eines stabilen Hockers. Sobald eines davon wegbricht oder geschwächt wird, gerät das ganze System ins Wanken – so beschrieb es bereits der britische Agrarökologe Dr. Dick Potts in den 1970er-Jahren. Seine Theorie vom „dreibeinigen Schemel“ gilt heute als Grundlage vieler Schutzmaßnahmen.

Neuere Studien zeigen außerdem: Auch das Überleben im Winter ist problematisch. Ohne strukturreiche Felder, Deckung und Futterquellen sind viele Rebhühner der Kälte und den Fressfeinden schutzlos ausgeliefert.


Wie sehr sich unsere Landschaft verändert hat …

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie stark sich unsere Kulturlandschaft gewandelt hat. Besonders eindrucksvoll wird das beim Vergleich von Luftbildern.

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Ein spannender Blick zurück – und ein guter Anlass, um über die Zukunft unserer Landschaft nachzudenken.


Durch die Vergrößerung der Schläge und der damit einhergehende Verlust von Grenzlinien hat sich der Lebensraum der Rebhühner dramatisch verschlechtert.
Wo früher offene Hecken den Rebhühnern ein Zuhause boten, stehen heute dichte Feldgehölze – ein Vorteil eher für Füchse und andere Beutegreifer.