Bestandrückgang - Vom Allerweltsvogel auf die Rote Liste
Fast keine andere Vogelart ist europaweit so stark dezimiert worden wie das Rebhuhn. Seit 1980 ist die Zahl der Rebhühner in Deutschland um rund 85% gesunken, und der größte Bestandsrückgang fand bereits ab Ende 1960er Jahre statt.
Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird das Rebhuhn inzwischen als „stark gefährdet“ eingestuft. In Baden-Württemberg ist die Situation noch ungünstiger und das Rebhuhn ist sogar „vom Aussterben bedroht“.
Der aktuelle Bestand in ganz Baden-Württemberg wird auf nur noch 500 bis 800 Paare geschätzt; mittlerweile sind hier mehr als 99% der Rebhühner verloren gegangen. Was für ein dramatischer Rückgang.
Im östlichen Teil des Neckar-Odenwald-Kreises war das Rebhuhn lange Zeit einer der häufigsten Vögel der Agrarlandschaft Als Kulturfolger lebte es hier in großen Beständen, und bis in die 1970er Jahre wurde es regelmäßig bejagt, ohne dass dies die Population ernsthaft beeinträchtigte.
Heute ist das Rebhuhn bei uns im Kreis vom Aussterben bedroht. In vielen Regionen des Neckar-Odenwald-Kreises ist das Rebhuhn in den letzten Jahren verschwunden. Der Schwerpunkt der letzten größeren Population befindet sich auf den Hochflächen entlang des Schefflenztals.
Der Verlust des Rebhuhns ist ein Verlust für die gesamte biologische Vielfalt der Agrarlandschaft. Neben dem Rebhuhn sind auch andere Feldvögel wie die Wachtel und der Feldsperling von dem Niedergang betroffen. Ebenso leiden der Feldhase und Insekten, aber auch viele Ackerwildkräuter. Das Rückgang des Rebhuhns steht daher als Symbol für die Veränderung und den Verlust von Lebensräumen in unserer Agrarlandschaft.